Eine gute Ortsseite für Makler beantwortet die Fragen eines Eigentümers aus genau diesem Ort mit eigenen Objekten und belegten Ortsdaten und nennt einen festen Ansprechpartner. Gleiche Seiten mit getauschtem Ortsnamen wertet Google als Brückenseiten.
Brauche ich als Makler überhaupt Ortsseiten?
Ja, für Orte, in denen Sie regelmäßig vermitteln. Für Orte, in denen Sie nur gern tätig wären, lohnt sich keine eigene Seite.
Ein Eigentümer aus Renningen sucht bei Google nach „Haus verkaufen Renningen“ oder „Makler Renningen“. Hat Ihr Büro seinen Sitz in Leonberg, nennt Ihre Startseite meist nur Leonberg. Eine eigene Seite für Renningen gibt Google und dem Eigentümer einen klaren Treffer für genau diese Frage.
Die Grenze ziehen Googles Spam-Richtlinien. Seiten, die auf einzelne Städte oder Regionen zielen und Besucher nur auf eine andere Seite weiterleiten, nennt Google ausdrücklich als Doorway Abuse, auf Deutsch Brückenseiten. Ebenso zählen weitgehend gleiche Seiten dazu, die eher Suchergebnissen ähneln als einer klar gegliederten Website.
Eine Ortsseite ist also dann in Ordnung, wenn sie einem Leser aus diesem Ort etwas bietet, das auf keiner anderen Seite Ihrer Website steht. Wie Ortsseiten in die gesamte Sichtbarkeit eines Maklerbüros passen, beschreibt unsere Seite zu SEO und GEO für Immobilienmakler.

Schritt 1 und 2: Welche Orte bekommen eine eigene Seite?
Eine eigene Seite bekommen die Orte, in denen Sie in den letzten Jahren tatsächlich Immobilien vermittelt haben und die auch im Einzugsgebiet Ihres Google-Unternehmensprofils stehen. So gehen Sie vor:
- Schritt 1: Ziehen Sie aus Ihrer Maklersoftware alle Vermittlungen der letzten drei Jahre und zählen Sie sie je Gemeinde.
- Schritt 2: Gleichen Sie die Liste mit den Einzugsgebieten in Ihrem Unternehmensprofil ab. Google erlaubt dort höchstens 20 Einzugsgebiete und empfiehlt, dass sie nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen.
- Orte mit mehreren Vermittlungen bekommen eine Seite. Orte mit einer einzelnen Vermittlung bleiben im Profil, aber ohne eigene Seite.
- Orte, in denen Sie nie vermittelt haben, bekommen weder Seite noch Eintrag im Profil.

Angenommen, ein Büro in Leonberg hat in drei Jahren 14 Objekte am eigenen Standort vermittelt. In Renningen waren es 9 und in Weil der Stadt 6, in Sindelfingen nur eines. Dann bekommen Leonberg, Renningen und Weil der Stadt je eine Seite. Sindelfingen bleibt im Einzugsgebiet, eine eigene Seite hätte aber kaum eigenen Inhalt.
Wie Sie Einzugsgebiete und Kategorien im Profil sauber pflegen, zeigt die Anleitung Google-Unternehmensprofil optimieren.
Schritt 3: Was gehört auf eine Ortsseite?
Auf eine Ortsseite gehören Inhalte, die nur für diesen Ort stimmen und die Sie belegen können. Diese Bausteine bilden den Bauplan:
- Einleitung mit Ortskenntnis: zwei bis drei Sätze zu Lagen und typischer Bebauung im Ort, geschrieben von jemandem, der dort Objekte verkauft hat.
- Vermittelte Objekte im Ort: Objektart und Jahr des Verkaufs mit Foto, nur mit Einverständnis der früheren Eigentümer.
- Bodenrichtwert aus BORIS-BW: Wert je Quadratmeter für eine typische Wohnlage, mit Quellenangabe und Stichtag. BORIS-BW ist das zentrale und kostenfreie Informationssystem für Bodenrichtwerte in Baden-Württemberg.
- Hinweis auf den Grundstücksmarktbericht des zuständigen Gutachterausschusses, also der unabhängigen Stelle, die Kaufpreise in der Region auswertet.
- Fester Ansprechpartner mit Foto und direkter Telefonnummer.
- Bewertungen von Kunden aus dem Ort, wörtlich übernommen und mit deren Zustimmung.
- Link zur Bewertungsseite, damit der Eigentümer den nächsten Schritt direkt gehen kann.
Nennen Sie beim Bodenrichtwert immer den Stichtag. Nach § 196 BauGB werden Bodenrichtwerte zu Beginn jedes zweiten Kalenderjahres ermittelt, sofern keine häufigere Ermittlung bestimmt ist. Ein Wert ohne Datum veraltet also unbemerkt.
Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für den Boden und kein Preis für ein bestimmtes Haus. Diesen Unterschied erklären Sie am besten auf Ihrer Bewertungsseite, auf die jede Ortsseite verlinkt.
Schritt 4: Wie unterscheide ich die Seiten voneinander?
Rahmen und Gestaltung dürfen auf allen Ortsseiten gleich sein, der Inhalt muss je Ort eigen sein. Die Tabelle zeigt die Grenze je Baustein.
| Baustein | darf gleich sein | muss je Ort eigen sein |
|---|---|---|
| Seitenaufbau und Gestaltung | ja | nein |
| Ablauf eines Verkaufs | ja, als kurzer Absatz | Ergänzung zu Besonderheiten im Ort |
| Einleitung | nein | ja, mit Lagen und Bebauung |
| Vermittelte Objekte | nein | ja, nur Objekte aus dem Ort |
| Bodenrichtwert | Erklärung, was ein Bodenrichtwert ist | Wert und Lage mit Stichtag |
| Ansprechpartner | ja, wenn eine Person alle Orte betreut | Satz zum Bezug dieser Person zum Ort |
| Bewertungen | nein | ja, von Kunden aus dem Ort |
| Kontaktformular | ja | Ort im Formular vorbelegt |
Ein einfacher Test hilft. Schwärzen Sie auf einer Ortsseite jeden Ortsnamen. Erkennt ein Ortskundiger trotzdem, um welchen Ort es geht, ist die Seite eigenständig.
Für KI-Entwürfe gilt seit dem 5. März 2024 Googles Richtlinie gegen Scaled Content Abuse. Gemeint sind viele Seiten, die vor allem zur Beeinflussung von Rankings erzeugt werden, egal ob automatisiert oder von Hand, auch in Kombination. Google nennt als Beispiel ausdrücklich Seiten, die mit generativer KI ohne Mehrwert für Nutzer erzeugt werden. Eine KI darf Ihnen also beim Formulieren helfen. Die Fakten zu Objekten und Werten müssen aber von Ihnen kommen, genauso wie die Angaben zu Kunden.
Schritt 5: Wie binde ich Ortsseiten technisch ein?
Jede Ortsseite bekommt eine feste Adresse, einen Platz im Menü und eine Auszeichnung mit strukturierten Daten. Diese Punkte gehören dazu:
- Feste Adresse nach dem Muster /makler-renningen/, die auch nach einem Relaunch gleich bleibt.
- Menüpunkt „Einzugsgebiet“ mit einer Übersicht aller Orte, verlinkt von der Startseite.
- Interne Links von der Ortsseite zur Bewertungsseite und zum Team, dazu Links von passenden Referenzobjekten zurück auf die Ortsseite. Eine Fußzeile mit Dutzenden Ortsnamen ersetzt das nicht.
- Strukturierte Daten vom Typ RealEstateAgent. Der Typ ist bei schema.org ein Untertyp von LocalBusiness und kennt die Eigenschaft areaServed, in der Sie die betreuten Orte angeben. Als Adresse steht dort immer nur Ihr echtes Büro.
- Ladezeit am Handy: Fotos verkleinern und komprimieren, denn Eigentümer suchen oft unterwegs.
Wie Sie RealEstateAgent und areaServed im Code auszeichnen und prüfen, steht im Ratgeber Strukturierte Daten für lokale Unternehmen. Die übrigen Grundlagen der lokalen Suche fasst die lokale SEO Checkliste zusammen.
Schritt 6: Woran sehe ich, ob die Ortsseiten wirken?
Ob eine Ortsseite wirkt, sehen Sie an den Suchanfragen in der Google Search Console und an den Anfragen von Eigentümern aus diesem Ort. Die Search Console ist das kostenlose Werkzeug, mit dem Google Ihnen zeigt, bei welchen Suchen Ihre Seiten erscheinen.
Öffnen Sie dort den Leistungsbericht und filtern Sie nach der Adresse einer Ortsseite. Dann sehen Sie, bei welchen Suchanfragen genau diese Seite angezeigt und angeklickt wurde. Tauchen Begriffe wie „Makler Renningen“ auf, erreicht die Seite die richtigen Leser.
Ergänzen Sie im Kontaktformular ein Pflichtfeld „Wo liegt Ihre Immobilie?“. So ordnen Sie jede Anfrage einem Ort zu, auch wenn der Eigentümer über die Startseite kam.
Nehmen Sie sich nach drei bis sechs Monaten jede Ortsseite einzeln vor. Seiten ohne Einblendungen und ohne Anfragen bauen Sie mit neuen Objekten aus oder legen sie mit einer Nachbarseite zusammen und leiten die alte Adresse per 301 weiter.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Ortsseiten heute bei Google und in KI-Assistenten dastehen, prüft der kostenlose Sichtbarkeitscheck Ihre Website und zeigt die nächsten Schritte.
So geht es weiter
- Wir prüfen, wie Google und KI-Assistenten Ihre Website heute lesen.
- Im Gespräch über 30 Minuten gehen wir den Befund Punkt für Punkt durch.
- Sie entscheiden, ob Sie selbst umsetzen oder wir das übernehmen.
- Nach der Umsetzung messen wir mit demselben Check nach.
Wer dahintersteckt


H&K Automation sitzt in Leonberg bei Stuttgart. Wir bauen jede Lösung selbst und betreuen sie danach weiter. Unsere eigene Website und die Seiten unserer Kunden bauen und optimieren wir selbst.
Häufige Fragen
Darf ich Ortsseiten für Orte ohne Büro anlegen?
Ja, wenn Sie dort tatsächlich vermitteln und die Seite eigene Inhalte zum Ort zeigt. Geben Sie aber keine erfundene Adresse an. Im Profil und in den strukturierten Daten steht nur Ihr echtes Büro.
Schaden Ortsseiten, wenn sie sich ähneln?
Ein gleicher Aufbau schadet nicht. Kritisch wird es, wenn sich die Seiten nur im Ortsnamen unterscheiden, denn solche weitgehend gleichen Seiten nennt Google in den Spam-Richtlinien als Brückenseiten.
Hilft eine Ortsseite auch bei ChatGPT und Perplexity?
Eine Ortsseite mit belegten Daten gibt KI-Assistenten eine Quelle, die Ihren Namen mit dem Ort verbindet. Ob ein Assistent Sie dann nennt, lässt sich nicht garantieren.
Was mache ich mit alten Ortsseiten, die nur den Namen tauschen?
Bauen Sie die Seiten mit echten Objekten und Ortsdaten aus, wenn Sie dort vermitteln. Alle anderen löschen Sie und leiten die Adresse per 301 auf die Übersicht „Einzugsgebiet“ oder die nächstgelegene Ortsseite weiter.
Quellen
- Google Search Central, Spam-Richtlinien für die Google Websuche, abgerufen am 04.11.2026
- Google Search Central Blog, What web creators should know about our March 2024 core update and new spam policies, 05.03.2024, abgerufen am 04.11.2026
- Google Unternehmensprofil-Hilfe, Einzugsgebiet verwalten, abgerufen am 04.11.2026
- Landesregierung Baden-Württemberg, Pressemitteilung: BORIS-BW macht Bodenrichtwerte zugänglich, abgerufen am 04.11.2026
- Bundesministerium der Justiz, Baugesetzbuch § 196 Bodenrichtwerte, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 04.11.2026
- Schema.org, Typ RealEstateAgent, abgerufen am 04.11.2026
