Am 5. November 2026 hat H&K Automation alle 728 Websites von Steuerkanzleien in Baden-Württemberg geprüft, die in der eigenen Datenbank stehen. 601 davon waren auswertbar. Die technische Grundausstattung stimmt bei neun von zehn Kanzleien und mehr als jede dritte nimmt Belege digital an. Einen Termin online buchen lässt sich aber nur bei 18 Kanzleien. Fast jede dritte sucht auf der Website Personal, eine Nachfolge für die eigene Kanzlei sucht öffentlich nur eine einzige.
Die Ergebnisse in Kürze
- 89,7 Prozent der Kanzlei-Websites sind für das Handy eingerichtet. 89,0 Prozent sind mit gültigem Zertifikat verschlüsselt.
- 37,6 Prozent zeigen ein Mandantenportal oder einen digitalen Weg für Belege. Eine Online-Terminbuchung bieten nur 3,0 Prozent an, das sind 18 von 601 Kanzleien.
- 31,9 Prozent schreiben mindestens eine Stelle aus. Zusammen sind das 545 Stellen, davon 87 für Ausbildung, Studium oder Praktikum.
- 41,8 Prozent beraten Mandanten zur Unternehmensnachfolge. Eine Nachfolge für die eigene Kanzlei sucht öffentlich nur eine einzige Website.
- 85,2 Prozent nennen die Kammer im Impressum. Alle vier geprüften berufsrechtlichen Angaben stehen nur bei 50,4 Prozent.
- KI erwähnen 4,7 Prozent der Websites. Einen eigenen KI-Einsatz beschreiben 5 von 601.
- Nur 1,0 Prozent sperren KI-Crawler in der robots.txt aus. Eine llms.txt haben 9,3 Prozent.
- Bei 127 der 728 hinterlegten Kanzleien ist die Website nicht erreichbar oder nur eine Baustelle. Das ist jede sechste.
Wie wurde gemessen?
Grundlage sind alle 728 Steuerkanzleien in Baden-Württemberg mit Website, die in der Akquise-Datenbank von H&K Automation stehen. Die meisten Einträge stammen aus dem Kammerverzeichnis und verteilen sich auf die Kammerbezirke Nordbaden, Südbaden und Stuttgart. Es gab keine Stichprobe. Geprüft wurden alle 728 Websites.
Ein Programm hat am 5. November 2026 je Kanzlei die Startseite und bis zu sechs Unterseiten gelesen, etwa Karriere, Impressum, Kontakt und Leistungen. Dazu kamen robots.txt und llms.txt. Abgerufen wurden nur öffentliche Inhalte, höchstens acht Anfragen gleichzeitig und unter Beachtung der robots.txt.
601 Websites waren erreichbar und auswertbar. 70 waren nicht erreichbar, 37 zeigten nur einen Platzhalter oder fast keinen Text, 17 lieferten keinen lesbaren Text und 3 verbieten den Abruf. Alle Anteile beziehen sich auf die 601 auswertbaren Websites.
Jedes Merkmal wurde nach festen Wortregeln erkannt und an einer Ziehung von bis zu 40 Treffern und 20 Nicht-Treffern von Hand nachgelesen. Wo die Handprüfung Fehler fand, wurden die Regeln nachgeschärft. Zu jedem Anteil gibt es ein 95-Prozent-Konfidenzintervall nach Wilson.
Wie erreichen Mandanten ihre Kanzlei online?
Für Belege ist der digitale Weg weit verbreitet. 37,6 Prozent der Websites nennen ein Mandantenportal, einen Upload für Belege oder verlinken einen Login. DATEV Unternehmen online taucht auf 23,1 Prozent der Websites auf.
Beim Termin endet die Digitalisierung meist. Nur 18 von 601 Kanzleien lassen Mandanten einen Termin online buchen, 15 über einen Buchungsanbieter und 3 über eine eigene Buchungsseite. Hinter „Termin vereinbaren“ steht fast immer ein Kontaktformular.

Von den 226 Kanzleien mit Portal oder Upload bieten 214 keine Online-Terminbuchung an. Beides zusammen findet sich auf 12 Websites.
Wie viele Kanzleien suchen Personal?
192 von 601 Kanzleien schreiben auf ihrer Website mindestens eine Stelle aus. In Summe sind das 545 Stellen, im Mittel 2,8 je Kanzlei mit Stellen. 458 davon sind Fach- und Bürostellen, 87 richten sich an Auszubildende, Studierende oder Praktikanten. 37 Kanzleien suchen gleich fünf oder mehr Leute.
Eine Karriereseite haben 49,8 Prozent der Websites. 125 Kanzleien haben eine Karriereseite ohne erkennbare offene Stelle. Externe Jobplattformen binden nur 4 Kanzleien ein.

Wie offen sprechen Kanzleien über Nachfolge?
Als Beratungsthema für Mandanten ist die Nachfolge präsent. 41,8 Prozent der Websites nennen Unternehmensnachfolge, Betriebsübergabe oder Nachfolgeplanung als Leistung.
Über die eigene Nachfolge steht dagegen wenig auf den Websites. 6,7 Prozent erzählen in der Kanzleigeschichte von einer vollzogenen Übernahme. Eine offene Suche nach einem Nachfolger oder Teilhaber für die eigene Kanzlei fand sich nur auf einer einzigen Website.

Die eine Fundstelle sagt nichts über den tatsächlichen Bedarf. Wer eine Nachfolge sucht, tut das meist vertraulich über Kammerbörsen oder Vermittler.
Wie steht es um Technik und Impressum?
Die technische Grundausstattung ist bei den meisten Kanzleien vorhanden. 72,9 Prozent erfüllen zugleich drei Punkte, nämlich gültiges Zertifikat, Handy-Ansicht und Kammer im Impressum.
| Merkmal | Anteil | Anzahl |
|---|---|---|
| Für das Handy eingerichtet | 89,7 % | 539 von 601 |
| Verschlüsselt mit gültigem Zertifikat | 89,0 % | 535 von 601 |
| Ohne Umleitung auf https erreichbar | 12,0 % | 72 von 601 |
| Startseite schwerer als 2 MB | 31,4 % | 189 von 601 |
| Server antwortet erst nach über 1 Sekunde | 27,5 % | 165 von 601 |
| Kammer im Impressum genannt | 85,2 % | 512 von 601 |
| Berufsrechtliche Regelungen genannt | 82,4 % | 495 von 601 |
| Berufsbezeichnung ausdrücklich genannt | 71,5 % | 430 von 601 |
| Berufshaftpflicht genannt | 60,9 % | 366 von 601 |
| Alle vier berufsrechtlichen Angaben | 50,4 % | 303 von 601 |

Die Startseite wiegt im Median 1,4 MB, der Server antwortet im Median nach 341 Millisekunden. Am häufigsten laufen die Websites mit WordPress.
Gezählt wurde, ob die Angaben im abrufbaren Text stehen. Ein Impressum, das erst per JavaScript in einem Fenster erscheint, ist so nicht erfasst. Rechtlich bewertet wurde das Impressum nicht.
Wie gehen Kanzleien mit KI um?
KI kommt auf den Websites kaum vor. 4,7 Prozent erwähnen sie überhaupt. Konkret beschreiben nur 5 von 601 Kanzleien, wofür sie selbst KI einsetzen. Die Besprechung der BWA nennen 3,0 Prozent als eigene Leistung.
Ausgesperrt wird KI ebenso selten. Nur 6 Websites sperren in der robots.txt mindestens einen KI-Crawler, keine sperrt alle Crawler. Eine llms.txt für KI-Assistenten liegt auf 9,3 Prozent der Websites, mehrere davon erkennbar von einem SEO-Plugin erzeugt.

Sind größere Kanzleien digitaler?
Eine echte Größenangabe gibt es nicht. Als Annäherung dient die Rechtsform im Kanzleinamen. Als Gesellschaft zählen Namen mit GmbH, mbB, PartG, Partner, KG, AG oder GbR, alle übrigen als Einzelkanzlei. So ergeben sich 373 Einzelkanzleien und 228 Gesellschaften.
| Merkmal | Einzelkanzlei | Gesellschaft |
|---|---|---|
| Mindestens ein digitales Signal | 37,5 % | 68,0 % |
| Mandantenportal oder Upload | 27,9 % | 53,5 % |
| DATEV Unternehmen online | 15,5 % | 35,5 % |
| Karriereseite vorhanden | 36,7 % | 71,1 % |
| Mindestens eine Stelle ausgeschrieben | 23,9 % | 45,2 % |
| Online-Terminbuchung | 2,7 % | 3,5 % |
| KI erwähnt | 2,9 % | 7,5 % |
| BWA-Besprechung als Leistung | 2,4 % | 3,9 % |

Gesellschaften zeigen fast doppelt so oft ein Mandantenportal und eine Karriereseite. Sie schreiben auch fast doppelt so oft Stellen aus. Bei Terminbuchung, BWA-Besprechung und llms.txt gibt es keinen belastbaren Unterschied.
Zwischen den Kammerbezirken gibt es kaum Unterschiede. Stuttgarter Kanzleien liegen bei Handy-Ansicht und Verschlüsselung etwas höher, der Bezirk ist mit 58 Websites aber klein und nur teilweise erfasst.
Bestätigt die Vollerhebung die Stichprobe vom Oktober?
Für die Studie zur BWA und KI vom 10. Oktober 2026 wurden 450 zufällig gezogene Websites gelesen, 373 davon waren auswertbar. Mit denselben Regeln ergibt die Vollerhebung nahezu dieselben Werte.
| Merkmal | Stichprobe Oktober | Vollerhebung November |
|---|---|---|
| KI erwähnt | 4,3 % | 4,7 % |
| BWA-Besprechung als Leistung | 4,3 % | 3,0 % |
| Mindestens ein digitales Signal | 50,1 % | 49,1 % |
| Ausdrücklich „digitale Kanzlei“ | 22,5 % | 22,6 % |
| DATEV Unternehmen online | 27,3 % | 23,1 % |
Alle Unterschiede liegen innerhalb der Zufallsschwankung. Bei den 365 Kanzleien, die in beiden Erhebungen auswertbar waren, stimmt die Einstufung je Kanzlei zu 96 bis 100 Prozent überein.
Was Kanzleien daraus machen können
- Den Termin so einfach machen wie den Beleg. Wer Belege digital annimmt, kann auch die Terminbuchung online anbieten. Bisher tun das 18 von 601 Kanzleien.
- Die Website auf Erreichbarkeit prüfen. Jede sechste hinterlegte Kanzlei-Website war am Messtag nicht erreichbar oder nur eine Baustelle.
- Das Impressum vollständig machen. Kammer, berufsrechtliche Regelungen, Berufsbezeichnung und Berufshaftpflicht stehen nur bei der Hälfte zusammen auf der Seite.
- Beratung sichtbar machen. Nur 3,0 Prozent nennen die Besprechung der BWA als Leistung. Routineprüfungen der BWA lassen sich automatisieren, die Einordnung bleibt bei der Kanzlei. Dafür gibt es die BWA-Analyse von H&K Automation.
Grenzen der Studie
- Die Kanzleien stammen aus der Akquise-Datenbank von H&K Automation und liegen alle in Baden-Württemberg. Große Gesellschaften sind vermutlich unterrepräsentiert, der Kammerbezirk Stuttgart ist nur teilweise erfasst. Kanzleien ohne Website fehlen. Die Zahlen beschreiben kleine und mittlere Kanzleien in Baden-Württemberg mit eigener Website, keinen Querschnitt aller Kanzleien in Deutschland.
- Gemessen wurde die Außendarstellung, nicht die Arbeitsweise. Viele Kanzleien vergeben Termine per E-Mail oder besprechen die BWA, ohne es auf die Website zu schreiben.
- Stellen wurden aus den Anzeigentiteln auf Karriere- und Startseite gezählt. Stellen in PDFs oder nur auf Jobportalen fehlen. Die Summe ist eine Näherung mit etwa 5 bis 10 Prozent Unschärfe.
- Der Abruf lief ohne Browser. Inhalte und Buchungskalender, die erst per JavaScript nachladen, sind nur erfasst, wenn sie im Quelltext stehen. Das Seitengewicht ist deshalb eher eine Untergrenze. Sperren auf Ebene einer Firewall sieht die robots.txt nicht.
- Die Rechtsform aus dem Namen ist nur eine grobe Annäherung an die Größe der Kanzlei.
- Terminbuchung, KI-Einsatz, BWA-Besprechung und KI-Sperren liegen jeweils unter 30 Fällen. Unterschiede zwischen Bezirken und Rechtsformen sind bei diesen Merkmalen nicht belastbar.
- H&K Automation bietet selbst Software für Steuerkanzleien an. Die Regeln standen vor der Auswertung fest und galten für alle Websites gleich. Einzelne Kanzleien werden nicht genannt.
Wer hat die Studie durchgeführt?
Die Studie hat Louis Honal durchgeführt, Mitgründer von H&K Automation in Leonberg. H&K Automation baut für Steuerkanzleien automatisierte Jahresabschluss- und BWA-Analysen sowie Software für den Kanzleialltag. Einen Überblick gibt die Seite Für Steuerkanzleien. Redaktionen erhalten die Grafiken und weitere Werte auf Anfrage.
So geht es weiter
- Erstgespräch über 30 Minuten per Video, wenn Sie das Thema umsetzen wollen.
- Wir zeigen, welches unserer Werkzeuge dazu passt.
- Test an einem echten Fall aus Ihrer Kanzlei.
- Einrichtung in einer eigenen Umgebung für Ihre Kanzlei.
Wer dahintersteckt


H&K Automation sitzt in Leonberg bei Stuttgart. Wir bauen jede Lösung selbst und betreuen sie danach weiter. Die Artikel schreiben wir aus der Arbeit an unseren Werkzeugen.
Häufige Fragen
Wie viele Steuerkanzleien bieten eine Online-Terminbuchung an?
In der Vollerhebung vom 5. November 2026 sind es 18 von 601 auswertbaren Websites von Steuerkanzleien in Baden-Württemberg, also 3,0 Prozent. Meist führt „Termin vereinbaren“ auf ein Kontaktformular.
Wie viele Steuerkanzleien haben ein Mandantenportal?
37,6 Prozent der 601 Websites nennen ein Mandantenportal, einen Upload für Belege oder verlinken einen Login. DATEV Unternehmen online taucht auf 23,1 Prozent der Websites auf.
Wie viele Steuerkanzleien suchen Personal?
31,9 Prozent der Kanzleien schreiben auf ihrer Website mindestens eine Stelle aus. Gezählt wurden zusammen 545 Stellen, davon 87 für Ausbildung, Studium oder Praktikum.
Wie viele Steuerkanzleien erwähnen KI auf ihrer Website?
4,7 Prozent. Einen eigenen KI-Einsatz beschreiben 5 von 601 Kanzleien. KI-Crawler sperren nur 1,0 Prozent in der robots.txt aus.
Wer hat die Studie durchgeführt?
H&K Automation aus Leonberg, verantwortlich ist Louis Honal. H&K Automation baut für Steuerkanzleien automatisierte Jahresabschluss- und BWA-Analysen.
