Was ist eine BWA?
Die betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA, ist eine kurzfristige Erfolgsrechnung. Sie wird aus der laufenden Finanzbuchhaltung erstellt, meist monatlich oder quartalsweise. Anders als der Jahresabschluss ist sie gesetzlich nicht vorgeschrieben. Banken verlangen sie dennoch häufig, etwa bei Kreditentscheidungen.
Die BWA ist vorläufig. Abschreibungen, Bestandsveränderungen und Abgrenzungen sind unterjährig oft nur geschätzt oder fehlen ganz. Wer die BWA liest, sollte deshalb wissen, welche Buchungen bereits enthalten sind.
Wie ist die DATEV BWA Form 01 aufgebaut?
Die Standard-BWA von DATEV, die BWA Form 01, folgt einem festen Schema. Sie beginnt bei den Erlösen und arbeitet sich Stufe für Stufe zum Ergebnis vor.
- Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen ergeben die Gesamtleistung.
- Abzüglich Material- und Wareneinkauf ergibt sich der Rohertrag.
- Zuzüglich sonstiger betrieblicher Erlöse ergibt sich der betriebliche Rohertrag.
- Davon werden die Kostenarten abgezogen: Personalkosten, Raumkosten, betriebliche Steuern, Versicherungen und Beiträge, Fahrzeugkosten, Werbe- und Reisekosten, Kosten der Warenabgabe, Abschreibungen, Reparatur und Instandhaltung sowie sonstige Kosten.
- Betrieblicher Rohertrag minus Gesamtkosten ergibt das Betriebsergebnis.
- Unter Berücksichtigung von Zinsen und neutralen Aufwendungen und Erträgen folgt das Ergebnis vor Steuern und schließlich das vorläufige Ergebnis.
Welche Kennzahlen sind in der BWA wichtig?
Absolute Beträge sagen wenig, solange man sie nicht ins Verhältnis setzt. Die folgenden Kennzahlen lassen sich direkt aus der BWA Form 01 berechnen. Bezugsgröße ist in der Regel die Gesamtleistung.
| Kennzahl | Formel | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Rohertragsquote | Rohertrag ÷ Gesamtleistung × 100 | Wie viel vom Umsatz nach Material und Wareneinsatz bleibt |
| Materialquote | Material- und Wareneinkauf ÷ Gesamtleistung × 100 | Anteil des Wareneinsatzes an der Leistung |
| Personalkostenquote | Personalkosten ÷ Gesamtleistung × 100 | Wie stark die Leistung von Personalkosten getragen wird |
| Raumkostenquote | Raumkosten ÷ Gesamtleistung × 100 | Belastung durch Miete und Nebenkosten |
| Kostenquote gesamt | Gesamtkosten ÷ Gesamtleistung × 100 | Anteil aller Kosten an der Leistung |
| Umsatzrentabilität | Betriebsergebnis ÷ Gesamtleistung × 100 | Wie viel Ergebnis je Euro Leistung entsteht |
Wie interpretiert man BWA-Kennzahlen richtig?
Eine einzelne Quote hat kaum Aussagekraft. Ob eine Personalkostenquote hoch oder niedrig ist, hängt von der Branche und vom Geschäftsmodell ab. Ein Dienstleister hat naturgemäß eine andere Struktur als ein Handelsbetrieb. Feste Richtwerte führen deshalb leicht in die Irre.
Aussagekräftig ist der Vergleich. Die BWA Form 01 stellt den aktuellen Monat und die kumulierten Werte dem Vorjahreszeitraum gegenüber. Verändert sich eine Quote deutlich, lohnt der Blick in die Summen- und Saldenliste. Dort zeigt sich, welches Konto die Veränderung verursacht.
Achten Sie auf Saisoneffekte und auf Einmalbuchungen. Eine Versicherungsprämie, die im Januar für das ganze Jahr gebucht wird, verzerrt den Monat. Viele Kanzleien arbeiten deshalb mit Abgrenzungen oder vergleichen kumulierte Werte.
Was sind typische Fehlerquellen?
- Fehlende Bestandsveränderungen: Der Wareneinsatz entspricht dann dem Einkauf, nicht dem Verbrauch. Die Rohertragsquote schwankt stark.
- Fehlende Abschreibungen: Ohne monatliche Abschreibung wirkt das Ergebnis unterjährig zu gut.
- Unvollständige Buchungen: Fehlen Belege eines Monats, sinken Kosten oder Erlöse scheinbar.
- Fehlbuchungen auf Sammelkonten: Hohe sonstige Kosten deuten oft auf unklare Zuordnungen hin.
Wie unterstützt eine automatische BWA-Analyse?
Die BWA-Analyse von H&K Automation berechnet aus BWA und Summen und Salden 12 Kennzahlen gegen das Vorjahr, ordnet sie mit einer Ampel ein, nennt Auffälligkeiten mit Ursache aus der SuSa und formuliert Empfehlungen in Mandantensprache. Die Kanzlei prüft das Ergebnis und gibt es frei.
Wer dahintersteckt



H&K Automation sitzt in Leonberg bei Stuttgart. Wir bauen jede Lösung selbst und betreuen sie danach weiter. Die Artikel schreiben wir aus der Arbeit an unseren Werkzeugen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rohertrag und betrieblichem Rohertrag?
Der Rohertrag ist Gesamtleistung minus Material- und Wareneinkauf. Der betriebliche Rohertrag enthält zusätzlich die sonstigen betrieblichen Erlöse.
Ist die BWA gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Sie ist eine freiwillige kurzfristige Erfolgsrechnung. Banken verlangen sie aber häufig, zum Beispiel im Rahmen der Kreditüberwachung.
Warum weicht die BWA vom Jahresabschluss ab?
Unterjährig fehlen oft Abschreibungen, Bestandsveränderungen und Abgrenzungen. Diese werden erst im Abschluss vollständig gebucht.
Welche BWA-Kennzahl ist am wichtigsten?
Das hängt von der Branche ab. Im Handel ist die Rohertragsquote zentral, bei Dienstleistern die Personalkostenquote. Entscheidend ist die Entwicklung gegenüber Vormonaten und Vorjahr.
