Welche Daten in ChatGPT, Claude und Co. dürfen, hängt von der Datenklasse ab und davon, ob ein geprüfter Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht. Öffentliche Informationen sind unkritisch, Kundendaten und Geschäftsgeheimnisse gehören nur nach Prüfung in ein Werkzeug mit Vertrag.
Die Antwort hängt an zwei Fragen
Die Frage lautet nicht, ob ChatGPT oder Claude sicher ist. Sie lautet: Welche Daten wollen Sie eingeben und unter welchem Vertrag arbeitet das Werkzeug? Derselbe Anbieter kann im privaten Gratiskonto ungeeignet und im geprüften Geschäftstarif zulässig sein.
Teilen Sie Ihre Daten deshalb zuerst in Klassen ein und prüfen Sie danach für jedes Werkzeug, welche Klassen hinein dürfen. Diese Zuordnung gehört schriftlich in Ihre KI-Richtlinie.
Vier Datenklassen und was wohin darf
Die Tabelle zeigt eine typische Einteilung für Unternehmen. Erfundene Übungsdaten sind in jedem Werkzeug unkritisch.
| Datenklasse | Beispiele | Frei zugänglicher KI-Chat ohne Vertrag | Werkzeug mit Auftragsverarbeitung |
|---|---|---|---|
| Öffentlich | eigene Website, Produktseiten, allgemeine Fachfragen | geeignet | geeignet |
| Intern | Vorlagen, Abläufe, Texte ohne Personenbezug | nicht empfohlen | geeignet nach interner Freigabe |
| Geschäftsgeheimnis | Einkaufspreise, Kalkulationen, Lieferantenkonditionen, unveröffentlichte Produkte | nicht geeignet | nur nach Freigabe durch die Geschäftsführung |
| Personenbezogen | Namen, Adressen, Bestellungen, Kundenmails, Mitarbeiterdaten | nicht geeignet | erst nach Prüfung von Vertrag und Einstellungen |
Frei zugänglicher Chat oder Werkzeug mit Auftragsverarbeitung
Ein frei zugänglicher Chat ist ein Konto, das jeder selbst anlegt, meist privat und ohne Vertrag mit Ihrem Unternehmen. Je nach Tarif und Einstellung können Eingaben dort zur Verbesserung der Modelle genutzt werden. Damit fehlt die Grundlage, um personenbezogene Daten weiterzugeben.
Ein Werkzeug mit Auftragsverarbeitung läuft über ein Unternehmenskonto mit Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Das Training mit Ihren Eingaben ist ausgeschlossen oder abgeschaltet, Speicherort und Speicherdauer sind bekannt. Maßgeblich sind Vertrag und Einstellungen, nicht der Preis: Auch ein kostenpflichtiger Einzeltarif ersetzt diese Prüfung nicht.
Geschäftsgeheimnisse: warum nicht nur der Datenschutz zählt
Einkaufspreise, Kalkulationen oder Pläne für neue Produkte sind keine personenbezogenen Daten und fallen nicht unter die DSGVO. Schutzwürdig sind sie trotzdem.
Nach § 2 Nr. 1 GeschGehG gilt eine Information nur dann als Geschäftsgeheimnis, wenn angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen sie schützen. Eine klare Regel, welche Unterlagen in welches KI-Werkzeug dürfen, kann zu diesen Maßnahmen gehören.
Für Berufsgeheimnisträger wie Ärzte oder Anwälte kommt § 203 StGB dazu: Externe Dienstleister müssen dann zusätzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet sein.
Prüfliste vor der ersten Eingabe
- Welcher Datenklasse gehören die Daten an und hat die Geschäftsführung enthaltene Geschäftsgeheimnisse für dieses Werkzeug freigegeben?
- Arbeite ich mit dem Unternehmenskonto und gibt es für diesen Tarif einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO?
- Ist das Training mit meinen Eingaben ausgeschlossen oder abgeschaltet und weiß ich, wo die Daten verarbeitet und wie lange sie gespeichert werden?
- Lässt sich die Aufgabe mit erfundenen Beispielen lösen und wer prüft das Ergebnis, bevor es weitergeht?
Nächster Schritt: Datenregeln im Team festlegen
Namen zu entfernen reicht oft nicht. Schon Branche, Ort und ein Betrag können eine Person erkennbar machen. Wer unsicher ist, arbeitet mit erfundenen Daten oder fragt die verantwortliche Person.
In jeder Schulung von H&K Automation legen wir zuerst fest, welche Daten in welches Werkzeug dürfen. Teams beginnen mit der KI-Schulung für Mitarbeiter, der Claude Schulung oder der ChatGPT Schulung. Welches Format passt, klären wir im Erstgespräch.
Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Die verbindliche Bewertung bleibt bei Ihnen und Ihrem Datenschutzbeauftragten.
So geht es weiter
- Erstgespräch über 30 Minuten per Video: Welche Aufgaben sollen leichter werden und wer nimmt teil?
- Wir stellen die Übungen auf Ihre Aufgaben ab.
- Schulung online oder bei Ihnen vor Ort, jeder am eigenen Rechner.
- Was entsteht, nutzt Ihr Team am nächsten Tag weiter.
Wer dahintersteckt
H&K Automation sitzt in Leonberg bei Stuttgart. Wir bauen jede Lösung selbst und betreuen sie danach weiter. In unseren Schulungen zeigen wir, womit wir selbst jeden Tag arbeiten.
Häufige Fragen
Darf ich Kundennamen in ChatGPT eingeben?
Im frei zugänglichen Chat ohne Vertrag nicht. In einem Werkzeug mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung erst, nachdem Ihr Unternehmen Vertrag und Einstellungen geprüft hat.
Ist ein bezahlter Tarif automatisch datenschutzkonform?
Nein. Entscheidend sind Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Einstellungen zum Training, Speicherort und ob das Konto dem Unternehmen gehört. Das prüfen Sie für jeden Tarif einzeln.
Reicht es, Namen zu schwärzen?
Oft nicht. Aus Branche, Ort, Beträgen und Datumsangaben lässt sich eine Person häufig wieder erkennen. Für Übungen sind erfundene Daten der sichere Weg.
Gilt für Claude dasselbe wie für ChatGPT?
Ja. Die Datenklassen und die Prüfliste gelten für jeden Anbieter. Unterschiede liegen in Tarifen, Verträgen und Einstellungen, die Sie jeweils prüfen.
Dürfen Einkaufspreise und Kalkulationen in ein KI-Werkzeug?
Nur in ein freigegebenes Werkzeug mit Konto des Unternehmens und nach Entscheidung der Geschäftsführung. In einen frei zugänglichen Chat ohne Vertrag gehören sie nicht.
Was tun, wenn versehentlich Kundendaten im falschen Werkzeug gelandet sind?
Melden Sie den Vorfall sofort der verantwortlichen Person oder dem Datenschutzbeauftragten. Diese prüfen, ob weitere Schritte nötig sind.



